Inhalt
Jüdisches Leben in Buttenwiesen: 1942 bis heute
Jüdisches Leben in Buttenwiesen: 16. Jahrhundert bis 1942
    
Digitale Dauerausstellung Teil 2
Impressum
Raum 5: 1942-70er Jahre Verdrängung
Raum 6:1970er bis heute - Erinnerung
Raum 6: 1970er bis heute - Erinnerung
Raum 2:Der Weg zur Gleichberechtigung 1806 bis 1871
Raum 5: 1942-70er Jahre Verdrängung
Inhalt
Impressum
Digitale Dauerausstellung Teil 2
Interaktive und barrierefreie Online-Ausstellung des Lernorts Buttenwiesen
Die Markgrafschaft Burgau gehörte dem Geschlecht der Habsburger. Die Habsburger stellten - mit Unterbrechungen - von 1273 bis 1806 die Kaiser.
Aufbau der Online-Ausstellung Der Nutzer kann vom Inhaltsverzeichnis aus die verschiedenen Ausstellungsräume ansteuern. In jedem Ausstellungsraum werden vier bis acht Exponate gezeigt. Auf jeder Seite links ist ein Ausstellungsgegenstand abgebildet und ein erklärender Informationstext „Info“ gibt Erläuterungen dazu. Auf der Seite rechts daneben erklärt ein Text in einfacher Sprache den jeweiligen geschichtlichen Zusammenhang. Links führen zu Erläuterungen und zu genaueren Informationen. Blaue Texte sind anklickbar.
Einführung Die Online-Ausstellung „Jüdisches Leben in Buttenwiesen“ zeigt anhand von historischen Quellen die Geschichte des jüdischen Lebens in Buttenwiesen vom 16. Jahrhundert bis 1942: 1571 wird in einem Brief ein Jude aus Buttenwiesen erwähnt. Daher wissen wir, dass zu dieser Zeit bereits Juden in Buttenwiesen gelebt haben. 1942 wurden 40 Jüdinnen und Juden aus Buttenwiesen in das Ghetto Piaski in Polen bzw. nach Theresienstadt deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Nur eine Frau, Thekla Lammfromm, überlebte. Sie kehrte nicht nach Buttenwiesen zurück. Alle anderen wurden ermordet.
i
Die abgebildeten Exponate sind Ausstellungsgegenstände, Texte oder Bilder, die etwas über das jüdische Leben in Buttenwiesen erzählen. Bildnachweise im "Impressum"
Ein Vogt ist ein herrschaftlicher Beamter. Ab 1665 wurde die Markgrafschaft Burgau von einem vom kaiserlichen Hof in Wien eingesetzten Vogt verwaltet. Dieser residierte in Günzburg.
X
Quellen sind Texte oder Gegenstände, aus denen Kenntnisse über die Vergangenheit gewonnen werden können.
Angaben gemäß § 5 TMG: Gemeinde Buttenwiesen, Marktplatz 4, 86647 Buttenwiesen, vertreten durch Bernhard Hof (Beauftragter für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur. Kontakt 09274 9999 43; bernhard.hof@buttenwiesen.de .) Redaktionell Verantwortlicher Bernhard Hof (Beauftragter der Gemeinde Buttenwiesen für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur) EU-Streitschlichtung Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit: https://ec.europa.eu/consumers/odr/. Unsere E-Mail-Adresse finden Sie oben im Impressum. Verbraucher­streit­beilegung/Universal­schlichtungs­stelle Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Haftung für Inhalte Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen. Haftung für Links Unser Angebot enthält Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen. 
Gefördert durch:
Impressum:
Urheberrecht: Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Bildnachweise: Stadtarchiv Wertingen, Archiv Buttenwiesen, in einigen Fällen konnte der Inhaber der Urheberrechte nicht festgestellt werden. Weitere Bilder : Markus Komposch Texte und inhaltliches Ausstellungskonzept: Bernhard Hof, Dr.Johannes Mordstein Grafik, Layout, Programmierung und technisches Konzept: Markus Komposch Copyright 2025
Gefördert durch:
Jüdisches Leben in Buttenwiesen: 1942 bis heute
Interaktive und barrierearme Online-Ausstellung des Lernorts Buttenwiesen Teil 2
Liebe Besucherinnen und Besucher! Wir hoffen, dass Ihnen unserer Online-Ausstellung gefallen hat. Wir laden Sie sehr herzlich ein, Buttenwiesen zu besuchen und vor Ort die Zeugnisse seiner jüdischen Geschichte zu entdecken. Die Bauzaunausstellung „370 Jahre jüdisches Leben in Buttenwiesen“ am Louis-Lamm-Platz und im Bereich der ehemaligen Synagoge ist jederzeit zugänglich. Ein Schaufenster an der Mikwe erlaubt einen Blick von außen in den Raum mit dem Tauchbecken. Die Mikwe, der jüdische Friedhof und der Ausstellungsraum in der ehemaligen Synagoge sind jeweils am letzten Sonntag des Monats in der Zeit von März bis November von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Das Team des Lernorts Buttenwiesen.
Vielen Dank für Ihr Interesse!
 
Hier sehen Sie die geraubte Torakrone und den silbernen Etrog-Behälter. Auf den folgenden Seiten erhalten sie hier zusätzliche Informationen zu den beiden verschollenen Exponaten.
Die Torakrona schmückt den Toraschrein, in dem die Torarollen aufbewahrt werden.  Auf einer Torarolle sind die fünf Bücher Mose in hebräischer Schrift von Hand aufgeschrieben.  Die fünf Bücher Mose sind auch Teil des Alten Testaments und die gemeinsame Grundlage des jüdischen und des christlichen Glaubens. 
X
Dieser legalisierte Raub wurde mit dem Begriff “Arisierung” bezeichnet. Diese war ein zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik und zielte darauf ab, Eigentum von Jüdinnen und Juden – Geschäfte, Firmen, Immobilien, Kunstwerke, Wertpapiere und sonstiges Privatvermögen – gewaltsam in "arische", also nicht-jüdische Hände zu überführen. 
Die Bezeichnung “israelitische Gemeinde” bedeutet “jüdische Gemeinde”. Oft wird das Wort mit "israelisch” verwechselt, das Wort „israelitisch“ bezeichnet jedoch den jüdischen Glauben.  
Israel Lammfromm (1863 – 1930) war ein gefragter Festredner und Zugführer der Feuerwehr. Er war Verfasser der Chronik von Buttenwiesen und erwarb sich große Verdienste um seine Heimatgemeinde. Sicherlich wurde er auf dem jüdischen Friedhof bestattet; es gibt jedoch keinen Grabstein mehr, der an ihn erinnert.  
1942-70er Jahre Verdrängung
Am 9./10.11.1938 wurde die Buttenwiesener Synagoge von SA-Männern geschändet. Buttenwiesener Juden wurden gezwungen, die Synagoge auszuräumen und alles Wertvolle, Ritualgegenstände und das Archiv der jüdischen Gemeinde, auf einen Lastwagen aufzuladen. 
Raubgut  Der Kunsthistoriker Theodor Harburger fotografierte in den 1920/30er Jahren im Auftrag der Israelitischen Gemeinden die jüdischen Kulturgüter in Bayern. Nur wenige dieser wertvollen Gegenstände sind erhalten, von vielen existieren nur diese Fotos.   Die abgebildete Torakrone ist mutmaßlich bei der Schändung der Synagoge am 10.11.1938 geraubt worden.   Der silberne Behälter war im Privatbesitz von Israel Lammfromm.    Der Raub von Wertgegenständen, Kunstwerken und Vermögenswerten wurde in der NS-Zeit mit Gesetzen, Verwaltungsvorschriften und behördlichen Anordnungen geregelt. Den Verbrechen wurde so der Anschein von Rechtmäßigkeit gegeben. Davon profitierten direkt und indirekt viele nichtjüdische Deutsche.  Der Anspruch auf Rückerstattung des geraubten Eigentums und Entschädigung wurde 1946 in der Bayerischen Verfassung festgelegt.  
Die Familie Lammfromm vor der Buttenwiesener Synagoge: (von links nach rechts) Erwin Lammfromm, Großmutter Cilly (gest. 1934), Tante Selma, Vater Hugo, Onkel Joseph und Mutter Siegfriede. Joseph Lammfromm wohnte in Augsburg. Auch er wurde im Holocaust ermordet.
Art. 183 der Bayerischen Verfassung vom 8.12.1946 lautete:  “Alle durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft wegen ihrer religiösen oder politischen Haltung oder wegen ihrer Rasse Geschädigten haben im Rahmen der Gesetzgebung Anspruch auf Wiedergutmachung.” 
Der silberner Behälter diente zur Aufbewahrung des Etrog. Der Etrog, eine Zitronatzitrone, ist ein wichtiges Utensil beim Laubhüttenfest. Das Laubhüttenfest - Sukkot - ist ein Erntedankfest und erinnert an die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste nach der Flucht aus Ägypten.  
Torakrone: Die aus Edelmetallblech geformte Torakrone bekrönte den Toraschrein, in dem die Torarollen in der Synagoge aufbewahrt wurden. Sie symbolisiert Gott, den Höhepunkt des Lebens der frommen Gläubigen, und ist ein Symbol der Anerkennung der höchsten Macht, Heiligkeit und Weisheit der Tora.  
Die Tatsache, dass das Gebäude früher eine Synagoge, ein Gotteshaus, war, spielte in dem ausführlichen Bericht keine Rolle.  
Kinder brauchen eine Schule. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Einwohner durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen erheblich. Das war auch in Buttenwiesen so. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder erhöhte sich dementsprechend.   Das bisherige Schulgebäude war nun zu klein für die vielen Kinder. Die Gemeinde Buttenwiesen kaufte die ehemalige Synagoge und baute das leerstehende Gebäude zu einer  modernen Schule um (siehe Pressebericht). Eine Zwischendecke und Zwischenwände wurden eingezogen und so gab es Platz für vier große Klassenzimmer, in jedem Stockwerk zwei. Der Giebelaufbau mit der Zehn-Gebote-Tafel und der ehernen Schlange wurde entfernt.   Dass die neue Schule einmal ein jüdisches Gotteshaus war – daran erinnerte nichts mehr.  
Am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Millionen von Deutschen aus ihren Heimatgebieten fliehen und wurden vertrieben, hauptsächlich aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa.   Viele Menschen flohen vor dem Vormarsch der Roten Armee in Richtung Westen, um ihr Leben zu retten.   Insbesondere aus den besetzten Ostgebieten und aus der Tschechoslowakei wurden die Deutschen vertrieben, d.h. zwangsweise umgesiedelt. Ihr Hab und Gut mussten sie dabei zurücklassen.   Nach Buttenwiesen kamen viele Flüchtlinge und Vertriebene aus Schlesien und dem Sudentenland. 
Ehemalige Synagoge nach dem Umbau zur Schule. Die Szenen auf dem Fassadenbild haben mit Lernen zu tun: Links pflegt ein junger Mann einen kleinen Baum, rechts daneben begleitet ein alter Mann einen Lehrling auf seiner Wanderschaft und die Frau in der Mitte unterrichtet ihre Tochter.
Verfasser der Karte: "Peter Palm Berlin”, Quelle: “Bundeszentrale für politische Bildung”
Ausschnitt aus dem Umbauplan 1950. Grundriss: Die Apsis (gelb) wurde abgerissen und die Ostwand begradigt. Die neu eingefügten Zwischenwände der Klassenzimmer sind orange eingezeichnet. Querschnitt: Die neue Zwischendecke ist ebenfalls orange eingezeichnet.
Der Zweite Weltkrieg dauerte sechs Jahre lang von 1939 bis 1945. Er begann mit dem auf Befehl Hitlers erfolgten Angriff Deutschlands auf Polen am 1. September 1939. Gekämpft wurde in Europa, in Nordafrika und in Asien. Der Krieg in Europa endete mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945.   
Abbildung des Berichts
Der massive achteckige Stein vor der Schule stammt aus dem Inneren der Synagoge. Er diente als Podest für die Menora, den Siebenarmigen Leuchter.  Die sieben Arme stehen für die sechs Tag der Schöpfung und den Schabbat als Ruhetag.  
https://ausstellung-teil2.lernort-buttenwiesen.de/3d-objekte/Stehle
Verdrängung bedeutet, belastende Erinnerungen und Schuldgefühle ins Unterbewusstsein zu schieben.  Der- oder diejenige will etwas Schlimmes, das er oder sie gesehen oder erlebt hat, nicht wahrhaben und nicht mehr darüber reden. Verdrängung ist ein Schutzmechanismus der Seele, der andererseits aber schwerwiegende Probleme – Störungen, Stressreaktionen, Ängste, Panikattacken – verursachen kann.    
Ca. 75  Millionen Menschen waren im Zweiten Weltkrieg gestorben; viele waren verwundet und traumatisiert. Städte, Fabriken und große Teile der Infrastruktur waren zerstört.  
“... also über die Juden wurde wenig gesprochen. “ 
Der Text und die Filmsequenz sind dem Kurzfilm “Ein begehbares Denkmal: Die Mikwe in Buttenwiesen” entnommen. Johann Wegner, der Sprecher in diesem Szenenausschnitt, hat in dem Gebäude der ehemaligen Mikwe gewohnt. Der Raum mit dem Tauchbecken war das Jugendzimmer von ihm und seinem Bruder.  
Deutsche Teilung bedeutet, dass 1949 zwei deutsche Staaten entstehen: die Bundesrepublik Deutschland aus den westlichen Besatzungszonen, die DDR (Deutsche Demokratische Republik) aus der sowjetischen Besatzungszone.   Die Karte zeigt den Verlauf der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR und die Grenze zwischen den Westsektoren Berlins und der DDR. Die Teilung Deutschlands war vollzogen.  
Deutschland wurde von den alliierten Siegermächten, das waren die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, in Besatzungszonen aufgeteilt. Buttenwiesen lag in der amerikanischen Besatzungszone. Mit Karte s. u. aus: https://www.zeitklicks.de  
Die Menschen standen in der Nachkriegszeit vor großen Herausforderungen:   Die Kriegsfolgen, die Folgen der Aufteilung in Besatzungszonen, die deutsche Teilung und die Folgen von Flucht und Vertreibung mussten bewältigt werden.   Viele waren an den Verbrechen der NS-Zeit beteiligt, viele waren durch den Krieg traumatisiert, viele verdrängten Leid und Schuld.   Die Buttenwiesener haben Entrechtung und Verfolgung ihrer jüdischen Nachbarn und Mitbürger miterlebt. Sie konnten von deren Ermordung wissen. Niemand von denen, die geflohen waren und das Land verlassen hatten, war nach Buttenwiesen zurückgekommen.    Darüber sprachen sie nicht und erzählten ihren Kindern nicht davon.   Sie erzählten auch nicht von dem guten Zusammenleben von Juden und Christen im Dorf vor der Zeit des Nationalsozialismus.
Geschichtsvergessenheit    Das Friedhofsportal und das Tahara-Haus waren nach dem Umbau der Synagoge zur Volksschule noch unversehrt.   Der Weg zum Friedhof führte über ein angrenzendes Grundstück; dieses Grundstück gehörte dem damaligen Bürgermeister. Er ließ an anderer Stelle einen neuen, den jetzigen, Friedhofseingang anlegen.  Warum er das Friedhofsportal abreißen ließ, wissen wir nicht.  Das Tahara-Haus wurde in den 1980er Jahren abgerissen und an dessen Stelle wurde eine Garage in derselben Größe und mit derselben Dachneigung gebaut.  Dies wurde wohl vom Bay. Landesamt für Denkmalpflege so vorgeschrieben. Das war vielleicht ein erster Schritt in Richtung einer behördlich unterstützten Erinnerungskultur. Die Geschichte des Tahara-Hauses kann nun sichtbar gemacht werden.   
Geschichtsvergessen ist, wer nicht an eine problematische oder schmerzhaft empfundene Vergangenheit erinnert werden möchte.  Die Abwehr der Erinnerung an das furchtbare Ende der jüdischen Gemeinde von Buttenwiesen kann der Hintergrund dafür sein, warum sichtbare Zeugnisse dieser Vergangenheit – die Fassade der Synagoge im neomaurichen Stil, ein Portal mit hebräischer Inschrift – getilgt werden.   Das Gegenteil von Geschichtsvergessenheit ist Erinnerungskultur. Erinnerungskultur zielt darauf ab, Zeugnisse der Vergangenheit sichtbar zu machen und durch ein gemeinschaftliches Wissen über die Vergangenheit etwas für die Zukunft zu lernen.    
Tahara ist die rituelle Reinigung eines Verstorbenen. Angesehene Mitglieder der eigenen Gemeinde, die Angehörigen der Beerdigungsbruderschaft, Chevra Kadischa, nehmen die rituelle Waschung im Tahara-Haus vor. Sie hüllen den Toten in weiße Sterbekleidung und betten ihn in den Sarg. 
Das private Familienfoto von 1950/1951) zeigt das Eingangsportal des jüdischen Friedhofs. Die von rechts nach links gelesenen hebräischen Schriftzeichen bedeuten frei übersetzt: “Die Lebenden gehen zum Tode und die Toten gehen zum Leben.”  Das heißt: Alle Menschen müssen eines Tages sterben und die Verstorbenen erwarten die Auferstehung zu einem Leben nach dem Tod. 
Ansicht des Tahara-Hauses (links) und des Friedhoftores rechts auf einem Foto der Familie Bender von 1950/51 (ehem. Fotoarchiv Bender, seit 2005 Sammlung Neuner, Gemeindearchiv Buttenwiesen) 
Erklärung Rabbiner Steven Langnas Filmausschnitt “Religion leben: Der jüdische Friedhof in Buttenwiesen DOKU Teil 3 von Daniel Reichenberger und Johannes Haider, bearbeitet von Christoph Komposch, aus dem Jahr 2021 entnommen.1:29 bis 2:43 
Sigmund Luchs *3.7.1868 - 25.11.1934 
“Ist Wiedergutmachung das falsche Wort? Die Auflösung des Rechts in Angst und Schrecken, die bis zum millionenfachen Mord gesteigerte Verfolgung lassen sich nicht ungeschehen oder rückgängig und in diesem Sinne niemals "wieder gut" machen.” (Hans Günter Hockerts)   Erlittenes Leid und jahrelange Entrechtung, Freiheitsentzug und Gesundheitsschäden können durch nachträglich gewährte Leistungen nicht “wieder gut” gemacht werden. Dennoch wurde das Wort “Wiedergutmachung” verwendet als Bezeichnung für die gesetzlich geregelte Rückerstattung von Vermögenswerten, die den NS-Verfolgten entzogen worden sind, und die Entschädigung für Eingriffe in die Lebenschancen wie den Verlust an Freiheit, Gesundheit und beruflichem Fortkommen.   
Shoah ist die hebräische Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Begriff ist gleichbedeutend mit dem Wort Holocaust, das aus dem Griechischen stammt.  
Wiedergutmachung?  Zwei Grabsteine und eine verstörende Geschichte    Ida Firnbacher, geb. Luchs, war die Tochter des Pferdehändlers Sigmund Luchs, eines angesehenen Buttenwiesener Bürgers, der 1934 verstorben war. Ida emigrierte in die USA und überlebte so die NS-Zeit. Andere Familienmitglieder, ihre Mutter Amalie und ihre Schwester Herta, wurden in der Shoah ermordet.   1950/51 reiste Ida Firnbacher zu ihrem Geburtsort Buttenwiesen. Vergeblich suchte sie auf dem jüdischen Friedhof das Grab ihres Vaters. Zahlreiche Grabsteine waren umgeworfen und geschändet und etliche fehlten.  So war auch der ihres Vaters nicht mehr auffindbar; Ida Firnbacher verlangte von der Gemeinde Buttenwiesen ersatzweise einen neuen anzufertigen und am Begräbnisort aufzustellen. Auf Veranlassung des Landratsamts bzw. der US-Militärbehörden hat die Gemeinde Buttenwiesen das schließlich gemacht.    Später wurde der originale Grabstein von Sigmund Luchs zurückgebracht und an einem willkürlich gewählten anderen Ort aufgestellt.  
Bei der Reichspogromnacht 1938 wurden Grabsteine geschändet, nach anderen Berichten bereits in den Jahren zuvor. Während des Kriegs wurde eine unbekannte Anzahl von Grabsteinen an den Steinmetzmeister Fendt aus Mertingen verkauft. Dort noch vorhandene Grabsteine wurden auf Anordnung der US-Militärbehörden wieder nach Buttenwiesen zurückgebracht, oft jedoch nicht wieder am ursprünglichen Standort aufgestellt. Über 40 Grabsteine von in Buttenwiesen Verstorbenen fehlen.  
Der Stein links ist der Originalgrabstein.  Der Stein rechts wurde nachträglich angefertigt. Auf diesem ist das Geburtsjahr fehlerhaft angegeben und es fehlen die bei allen anderen Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof Buttenwiesen vorkommenden hebräischen Zeichen: תנצבה Das ist die abgekürzte Fassung eines Segensspruchs: “Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens”. 
Das Gemeindearchiv ist das Gedächtnis der Gemeinde Buttenwiesen. Hier werden schriftliche Unterlagen zur Ortsgeschichte von Buttenwiesen und allen Ortsteilen aufbewahrt, die bei der Gemeindeverwaltung, Vereinen, Firmen und Privatpersonen entstanden sind. Das Gemeindearchiv befindet sich im Rathaus. Es ist öffentlich zugänglich und kann von jedem Geschichtsinteressierten eingesehen werden. 
Heimatforscher Franz Xaver Neuner Die Erinnerung an das jüdische Leben in Buttenwiesen und dessen furchtbares Ende beginnt mit der Arbeit des Heimatforschers Franz Xaver Neuner in den 1980er Jahren.   Das Schicksal eines jüdischen Klassenkameraden berührte Herrn Neuner tief. Der Klassenkamerad hieß Martin Schloß. Er wurde 1942 zusammen mit seinen Eltern im Holocaust ermordet.  Das war für Herrn Neuner der Anlass, alles, was er über die jüdische Geschichte Buttenwiesens in Erfahrung bringen konnte, gewissenhaft und bis in alle Einzelheiten genau zu erforschen und festzuhalten.   50 Ordner voller Geschichte,   eine der beeindruckendsten heimatkundlichen Sammlungen Bayerns, sind jetzt Teil des Gemeindearchivs Buttenwiesen.  
Lorem Ipsum...
Franz Xaver Neuner (1923-2012) inmitten seiner heimatkundlichen Sammlung  Gemeindearchiv Buttenwiesen 
Text zu Collage
Lorem Ipsum...
Lorem Ipsum...
1970er bis heute - Erinnerung
Franz Xaver Neuner wurde 1923 in Buttenwiesen geboren. Obwohl er beruflich viele Jahre als Polizeibeamter in München arbeitete und dort auch wohnte, blieb er seiner Heimatgemeinde sehr verbunden. Er interessierte sich sehr für die Historie von Buttenwiesen und sammelte alle Informationen über die Ortsgeschichte. Im Mittelpunkt stand dabei die jüdische Geschichte von Buttenwiesen. Seine Sammlung besteht aus über 50 Ordnern mit mehreren Tausend Blättern Papier. Seit dem Tod von Herrn Neuner 2012 wird diese heimatkundliche Schatzkiste im Gemeindearchiv aufbewahrt. Sie ist eine unentbehrliche Fundgrube für alle historischen Recherchen. 
Hier kommt der Lidar-Scan rein...
Auf dem Denkmal steht folgender Text:   Gedenket unserer jüdischen Mitbürger, die 1933 - 1945 entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Den Toten zur Ehr - den Lebenden zur Mahnung. Gemeinde Buttenwiesen 1994  Auf dem Denkmal wird von "Ermordeten” gesprochen. Diese klare Einordnung der staatlich organisierten, vorsätzlichen Tötung von sechs Millionen Menschen aufgrund ihrer Herkunft bzw. Religion war in der Erinnerungskultur dieser Zeit noch nicht selbstverständlich.  
Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss ist eine vierteilige US-amerikanische TV-Serie aus dem Jahr 1978. Sie erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Berliner Arztfamilie Weiss zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Serie wurde im Januar 1979 auch in der Bundesrepublik Deutschland ausgestrahlt, erreichte ein großes Publikum und führte zu einer breiten Diskussion über die nationalsozialistische Vergangenheit.[2][3] Im März 1979 erfolgte die Ausstrahlung im österreichischen ORF.[4] Danach wurde der Begriff Holocaust für den Genozid an den europäischen Juden auch im Deutschen gebräuchlich. 
[Begriffsklärung im Zusammenhang mit Shoa und Holocaust]
Die Studentenbewegung von 1968 war Teil einer weltweiten Protestbewegung. Sie richtete sich gegen autoritäre Strukturen in den Familien, den Schulen und Universitäten. Viele Jugendliche in der Bundesrepublik protestierten gegen die Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit durch ihre Eltern, Lehrer oder Professoren. Die Forderung nach konsequenter Aufarbeitung der NS-Vergangenheit wurde verknüpft mit der Kritik an der US-amerikanischen Intervention im Vietnam-Krieg: “USA, SA, SS” war eine der Parolen bei den Demonstrationen 1968 und 1969 in Westberlin und anderen bundesdeutschen Universitätsstädten.  Die 68er kämpften für eine radikale Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft, für soziale Gerechtigkeit und die Enttabuisierung von Sexualität und von neuen Lebensformen, die von den gängigen sozialen Normen abwichen.  
Beginn der Erinnerungskultur Söhne und Töchter, die in der NS-Zeit oder danach geboren waren, fragten ihre Eltern, was sie von der Entrechtung, Verfolgung und Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden erfahren hatten und wie sie selbst beteiligt waren. Darauf erhielten sie oft keine Antworten.  Diese Abwehrhaltung änderte sich mit der Ausstrahlung des amerikanischen Fernsehfilms “Holocaust” 1979 in der Bundesrepublik. Zum ersten Mal entstand bei vielen die Bereitschaft, sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und dem Genozid an den Jüdinnen und Juden auseinander zu setzen.  Das Gedenken an die Ermordung der Buttenwiesener Jüdinnen und Juden und die Erinnerung an das jüdische Leben in Buttenwiesen begann.  Auf dem Schulplatz, heute Louis-Lamm-Platz, wurde 1994 ein Denkmal zur Erinnerung an dieermordeten jüdischen Buttenwiesener errichtet.
Als 1994 der Marktplatz und der Schulplatz (heute Louis-Lamm-Platz) neu gestaltet wurden, war die Gemeinde bestrebt, das Gedenken an das Leid der jüdischen Einwohner von Buttenwiesen während der NS-Zeit im öffentlichen Raum sichtbar werden zu lassen. Aus diesem Grund wurde das Denkmal vor der Synagoge errichtet. 
Lorem Ipsum...
Als Judaica wird die Literatur bezeichnet, die sich mit dem Judentum (Kultur, Religion, Judaistik) oder jüdischen Themen beschäftigt. Zum anderen wird der Begriff verwendet für jüdische Schriften und Manuskripte, seltene jüdische kunsthandwerkliche Gegenstände sowie rituelle und sakrale Objekte. 
[Begriffsklärung im Zusammenhang mit Shoa und Holocaust] 
Der kelchförmige, schlicht gestaltete Kiddusch-Becher stammt aus dem Besitz der alteingesessenen jüdischen Familie Lammfromm aus Buttenwiesen. Er gelangte nach deren Deportation im April 1942 unter unklaren Umständen in den Besitz einer christlichen Familie.  Von dieser wurde der Kiddusch-Becher 2022 der Gemeinde Buttenwiesen als Schenkung übergeben. 
Erinnerung an das jüdische Erbe Der Stand der Erinnerung lässt sich auch daran ablesen, welche Bedeutung alten Gegenständen gegeben wird.   Judaika wie der Kiddusch-Becher wurden erst ab Ende der 1980er Jahre zu den Kunst- und Kulturschätzen Bayerns gezählt und in die Online-Sammlung bavarikon aufgenommen.  In Raum 4 unserer Online-Ausstellung “Diskriminierung, Flucht und Ermordung” ist ein Weckhafen zu sehen. Auch Alltagsgegenstände wie dieser Weckhafen gehören nun zu den Kulturschätzen Bayerns und wurden in bavarikon aufgenommen.  Die Geschichte der Familie Neuburger, die der Weckhafen erzählt, erinnert einerseits an gute Nachbarschaft der Buttenwiesener und andererseits an die Deportationen und den Genozid an den Juden Mitteleuropas.  Vielfalt gehört zur Kultur Bayerns 
Das hebräische Wort “Kiddusch” bedeutet Heiligung. Der Kiddusch ist ein jüdisches Segensgebet. Der Sabbat und die jüdischen Feiertage werden mit diesem Gebet begonnen. Zum Gebet wird Wein getrunken. Dafür wird ein wertvolles Gefäß – der Kiddusch-Becher – benutzt. 
Bayern ist in der Zeit der amerikanischen Besatzungsherrschaft am 2. Dezember 1946 gegründet worden. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht geklärt, was aus Deutschland wird. Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 gibt es die Bezeichnung “Bundesländer”, zu denen Bayern gehört. Das Wort “Freistaat” ist gleichbedeutend mit Republik. Republik ist ein Fremdwort. Es ist aus dem lateinischen “res publica” abgeleitet. Das bedeutet “öffentliche Sache”. Damit haben die alten Römer zum Ausdruck gebracht, dass sie einen Staat haben, der Sache der Bürger ist und nicht von einem einzelnen – König, Kaiser, Diktator oder Alleinherrscher – beherrscht wird.
bavarikon ist das Onlineportal des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst, Kultur und Wissensschätzen von der Vor- und Frühgeschichte über Antike und Mittelalter bis zur Neuzeit.  
Mus neu gemacht werden.
"Wisse, vor wem du stehst” – die Geschichte einer Entdeckung  Bauarbeiter der Gemeinde stießen bei Wegebauarbeiten an der Ostseite der ehemaligen Synagoge 2006 auf große Kalkbruchsteine. Der damalige Bauhofleiter, Herr Fritz Hillenbrand, veranlasste die Bergung und verhinderte so deren endgültige Zerstörung.     Franz Xaver Neuner fand heraus, dass die verzierten Bruchstücke zum Architrav eines aufwändig gearbeiteten steinernen Säulenportals vor dem Thoraschrein in der Synagoge gehörten.     Dieses Säulenportal war beim Umbau zur Volksschule 1951 abgebrochen und in der Baugrube entsorgt worden.    “Wisse, vor wem du stehst” bedeuten die hebräischen Buchstaben auf dem Architrav.   Die Bruchsteine werden seit 2021 in der Ausstellung “Eine Pforte des Himmels – mitten im Ort” gezeigt.  
Die Bruchstücke gehören zu einem aufwändig gearbeiteten Portal vor dem Thoraschrein.  
Ein Architrav ist ein waagerechter Hauptbalken, der auf Säulen ruht und den oberen Teil eines Gebälks bildet.  
Aus dem Schulplatz wird ein Erinnerungsort   Am 29. April 2019 fasste der Buttenwiesener Gemeinderat einen Beschluss: Der Schulplatz wird in Louis-Lamm-Platz umbenannt.   Die Gemeinde Buttenwiesen ehrte damit einen ihrer größten Söhne: Louis Lamm (1871–1943) war der Inhaber eines großen Verlags für jüdische Literatur. Er war in Buttenwiesen aufgewachsen. In Frankfurt lernte er den Beruf des Buchhändlers und gründete dann in Berlin einen Verlag. Er blieb Zeit seines Lebens eng mit seiner Heimatgemeinde verbunden.    Zum ersten Mal wurde in Buttenwiesen eine Straße nach einem jüdischen Bürger benannt. Die Gemeinde zeigt damit, dass ihre Geschichte wesentlich von jüdischen Einwohnern geprägt wurde.   Louis Lamm wurde 1943 im Konzentrationslager Ausschwitz ermordet.   Von Louis Lamm stammt auch der hier abgebildete Chanukka Leuchter  Der neue Name des Platzes hält die Erinnerung an Louis Lamm wach. 
Chanukka ist ein acht Tage dauerndes jüdisches Lichterfest. Jeden Abend wird eine Kerze mehr auf einem speziellen neunarmigen Leuchter angezündet, bis acht Kerzen brennen.  Dieses fröhliche Fest erinnert an ein Wunder bei der Einweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor Christus: Es war nur ein kleines Ölkännchen da, das eigentlich nur für einen Tag reichte. Trotzdem leuchtete die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, acht Tage lang, so lange bis neues geweihtes Öl beschafft werden konnte.
Der Chanukka-Leuchter wurde vermutlich im Auftrag der Buchhandlung Louis Lamm (Berlin) hergestellt. Eine entsprechende Herkunftsangabe befindet sich auf der Unterseite des Leuchters. Er wurde 2018 von einer Privatperson in einem Geschäft in Haifa (Israel) erworben und später der Gemeinde Buttenwiesen als Schenkung übergeben. Wie der Leuchter nach Haifa gelangte, ist nicht bekannt.  
Exponat: Lidar-Scan Chanukka-Leuchter, Straßenschild Louis-Lamm-Platz
ein oder zwei Bilder, die den desolaten Zustand des Gebäudes zeigen mit Zeitangaben.    Kommt noch...
Der virtuelle Rundgang durch die Mikwe verspricht spannende Entdeckungen: Die Besucherinnen und Besucher erfahren, was es mit Brunnen, Arrestzelle, Ofen, Regenwasserbecken und Mesusa auf sich hat. Auch offene Fragen werden gestellt – vielleicht findet jemand Antworten? Durch Anklicken der Ausstellungstafeln werden alle Texte und Abbildungen vergrößert. 
Eine Mikwe ist ein jüdisches Ritualbad. Es dient der Wiederherstellung der spirituellen Reinheit, nicht der Körperhygiene. Das vollständige Eintauchen in lebendiges Wasser symbolisiert eine Art Neugeburt.  Dazu wird fließendes Wasser aus Flüssen, Bächen oder Seen, Grundwasser oder Regenwasser genutzt. 
Die Geschichte der Rettung der Mikwe beginnt mit dem Kauf des Wohnhauses der Familie Wegner im Jahr 2004 durch die Gemeinde Buttenwiesen. Zu diesem Zeitpunkt war nicht bekannt, ob noch etwas vorhanden ist, was auf die frühere Nutzung als jüdisches Ritualbad hinweist. Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein und einige engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger setzten sich dafür ein, dass das inzwischen baufällige Gebäude wissenschaftlich untersucht wird.  Archäologen fanden unter dem Boden des früheren Kinderzimmers das vollständig erhaltene Tauchbecken und ein zweites Becken.   Nach dieser Entdeckung beschloss der Gemeinderat, dass das Gebäude saniert und eine Ausstellung eingerichtet wird.   Die Mikwe ist nun als begehbares Denkmal für alle zugänglich. Jetzt können die Besucherinnen und Besucher die spannende Geschichte dieses historisch bedeutsamen Gebäudes selbst entdecken. 
Denkmale zeigen den Menschen, wie das Leben früher war.  In der Mikwe kann man unter anderem etwas über das religiöse Leben der Jüdinnen und Juden erfahren.